Ausstellungseröffnung: 27. November 2026, 19 Uhr
Am 27. November 2026 um 19 Uhr wird in der Berliner Neue Nationalgalerie die Ausstellung Ulay, Ulay & Abramović eröffnet. Sie ist vom 28. November 2026 bis zum 2. Mai 2027 zu sehen. Anlässlich des 50. Jahrestags von Ulays Performance Irritation – There is a Criminal Touch to Art präsentiert die Ausstellung ausgewählte Werke und Archivmaterial aus der eigenständigen künstlerischen Praxis des Künstlers sowie aus seiner zwölfjährigen Zusammenarbeit mit Marina Abramović. Teil der Ausstellung sind auch ausgewählte Werke und Materialien aus der Ausstellung ART VITAL – 12 Jahre der Zusammenarbeit von Ulay und Marina Abramović, die erstmals in der Cukrarna in Ljubljana gezeigt wurde.
Die Ausstellung beleuchtet verschiedene Phasen von Ulays Schaffen – von seinen frühen Auseinandersetzungen mit Fotografie, Identität und Transformation bis hin zu seiner wegweisenden Zusammenarbeit mit Marina Abramović zwischen 1976 und 1988. Zu den präsentierten Werken gehören die Selbstporträtserie S’he (1973–1974) und das fotografische Experiment FOTOTOT (1976), das die Vergänglichkeit des fotografischen Bildes untersucht. Im Mittelpunkt steht die Dokumentation der Performance Irritation – There is a Criminal Touch to Art aus dem Jahr 1976. Damals entwendete Ulay das Gemälde Der arme Poet (1839) des deutschen Malers Carl Spitzweg aus der Neue Nationalgalerie und brachte es in die Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Mit dieser künstlerischen Aktion stellte er die kulturelle Autorität von Museen infrage und warf Fragen nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit, Repräsentation und Ausgrenzung auf. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien, Videos, Skulpturen, Zeichnungen, Skizzen und Briefe, die Einblicke in die kreativen Prozesse und Überlegungen hinter den Kunstwerken geben. Zudem wird täglich zwischen 15 und 16.30 Uhr die Performance Imponderabilia (1977) präsentiert, eines der bekanntesten gemeinsamen Werke von Ulay und Marina Abramović.
Das Projekt ART VITAL wurde von der Cukrarna beziehungsweise den Museen und Galerien der Stadt Ljubljana (MGML) produziert. Die Ausstellung ART VITAL – 12 Jahre der Zusammenarbeit von Ulay und Marina Abramović wurde von den Kuratorinnen Alenka Gregorič und Felicitas Thun-Hohenstein in Zusammenarbeit mit Lena Pislak von der ULAY Foundation und Sydney Fishman vom Marina Abramović Archive konzipiert. Nach ihrer Präsentation in Ljubljana, wo sie vom 30. November 2025 bis zum 10. Mai 2026 zu sehen war, sowie im chinesischen Aranya Art Center North wird das Projekt nun in Berlin fortgesetzt.
Ulay (Frank Uwe Laysiepen, 1943–2020) war ein deutscher Konzeptkünstler, der insbesondere für seine Auseinandersetzung mit Identität, Körper und Fotografie sowie für seine Zusammenarbeit mit Marina Abramović bekannt war. Zwischen 1976 und 1988 schufen die beiden Künstler eine Reihe wegweisender Performances, in denen sie die Grenzen des Körpers, die Beziehungen zwischen Individuum und Institutionen sowie das Verhältnis zwischen Kunst und Alltag hinterfragten. Ulay verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Ljubljana, wo er 2020 starb. Sein künstlerisches Erbe wird von der 2019 gegründeten ULAY Foundation mit Sitz in Ljubljana bewahrt und vermittelt. Die Stiftung betreut das Archiv des Künstlers und fördert die Erforschung und Präsentation seines Werks.
Die Berliner Ausstellung wird von Klaus Biesenbach, Direktor der Neue Nationalgalerie, gemeinsam mit Ricarda Bergmann von der Neue Nationalgalerie und Alenka Gregorič, künstlerischer Leiterin der Cukrarna, kuratiert. An der Vorbereitung beteiligt sich außerdem die kuratorische Assistentin Nikola Richolt. Die Präsentation verbindet den Berliner Kunstkontext mit dem Ausstellungsprojekt aus Ljubljana und trägt dazu bei, Ulays eigenständige künstlerische Praxis sowie sein gemeinsames künstlerisches Erbe mit Marina Abramović international sichtbarer zu machen.
Veranstalter: Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz










