Tjaša Črnigoj studierte Theaterregie an der AGRFT sowie Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana. Darüber hinaus befindet sie sich in Ausbildung zur Psychodrama-Psychotherapeutin beim Slowenischen Verein für Psychodrama.
Als Theaterregisseurin und Autorin arbeitet sie sowohl im institutionellen als auch im freien Theaterkontext und widmet sich dabei insbesondere feministischen Perspektiven sowie Praktiken des kollektiven und dokumentarischen Theaters.
Eines ihrer meistbeachteten Projekte der letzten Jahre ist Sexualerziehung II (Nova pošta und Mesto žensk, 2022/2023), eine Serie von fünf Lecture-Performances über weibliche sexuelle Lust. Das Projekt wurde mit dem Preis des Slowenischen Verbands der Theaterkritikerinnen und -wissenschaftlerinnen für die beste Inszenierung der Spielzeit 2023/2024 ausgezeichnet und erhielt außerdem Preise beim Festival der Slowenischen Dramatik sowie beim Festival Borštnikovo srečanje.
Die Arbeiten von Tjaša Črnigoj finden auch international große Beachtung. Die Lecture-Performance Sexualerziehung II: Borba wurde beim BITEF-Festival in Serbien mit zwei Preisen ausgezeichnet, und die Produktion Punce (HNK Ivana pl. Zajca Rijeka, Kolektiv Igralke und VIDNE Ljubljana, 2023) wurde unter anderem beim Zürcher Theater Spektakel in der Schweiz prämiert. Ihre Arbeiten gastierten mehrfach in Deutschland, darunter auch in Berlin, u. a. an den Spielstätten HAU Hebbel am Ufer und Berliner Festspiele.
Im Jahr 2024 erhielt sie den Župančič-Preis für ihr zweijähriges künstlerisches Schaffen, eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Ljubljana im Bereich Kunst, sowie den Preis „Frauen über Frauen“ des Festivals Mesto žensk, der das „unsichtbare Arbeiten, die Geschichten, den Mut und die Entschlossenheit von Einzelpersonen und Gruppen hervorhebt, die sich für eine bessere und gerechtere Welt einsetzen“.
Im Jahr 2025 wurde ihre dokumentarische Inszenierung Artikel 55 (Slowenisches Jugendtheater) uraufgeführt. Ihre jüngste Arbeit ist die Inszenierung des Textes Text des Körpers von Anja Novak – Anjuta (Prešeren-Theater Kranj, 2026).
PROJEKT IM RAHMEN DER RESIDENZ IN BERLIN
Während ihres Aufenthalts in Berlin wird sie feministische Positionen, Praktiken und Plattformen in den zeitgenössischen darstellenden Künsten erforschen. Sie wird Künstlerinnen, Kuratorinnen und Kollektive interviewen, die in ihrer Arbeit dominante patriarchale Strukturen hinterfragen und inklusivere, empowernde und progressive Ansätze entwickeln.
Im Fokus stehen dabei Themen wie die Reflexion von Machtverhältnissen in kollektiven Arbeitsprozessen, die Schaffung sicherer Räume sowie der Umgang mit Vulnerabilität in Gruppenprozessen. Darüber hinaus interessiert sie sich für unterschiedliche Ansätze feministischer Dramaturgie sowie für die Repräsentation (weiblicher) Körper auf der Bühne.





