Eva Garibaldi (1996, Ljubljana) ist eine interdisziplinäre Künstlerin und Forscherin, die zwischen den Niederlanden und Slowenien arbeitet. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit globalen Fragestellungen rund um das Verhältnis der Gesellschaft zur Klimakrise. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Auflösung binärer Denkweisen durch kritische Ökologien.
Sie erforscht kapitalistisch unproduktive Landschaften, insbesondere Moore und Sümpfe als Räume des Widerstands aus einer hydrofeministischen Perspektive. Dabei arbeitet sie mit Medien wie Rauminstallation, experimentellem Film und spekulativer Fiktion.
2018 schloss sie ihr Studium des Industriedesigns an der Akademie für Bildende Künste und Design (ALUO) in Ljubljana ab und absolvierte 2021 mit Auszeichnung das Masterprogramm Interior Architecture: Research + Design am Piet Zwart Institute in den Niederlanden. Ihre Arbeiten wurden in Publikationen veröffentlicht und in Ausstellungen in Europa und darüber hinaus präsentiert, unter anderem bei BIO27, im Soapbox Journal, Kajet Journal, bei Art Rotterdam, Garage Rotterdam, Extrapool und im Künstler*innenhaus Büchsenhausen. Gemeinsam mit Ana Laura Richter arbeitet sie als Duo Swamp_Matter. Ihre gemeinsamen Projekte wurden vom niederländischen Stimuleringsfonds unterstützt, bei Aksioma in Ljubljana, Mediterranea 2025 und im Kino Šiška gezeigt sowie bei SCI_ART 2025 (Ottawa, Kelowna, Montréal) und der Konferenz Taboo–Transgression–Transcendence in Ljubljana präsentiert. 2025 waren sie Finalistinnen der S+T+ARTS Aqua Motion Residency.
In Berlin entwickelt sie das Projekt Moč(k)virjenje (Becoming Swamp[ed]), eine Lecture-Performance, die auf einer mehrjährigen künstlerischen und forschenden Praxis basiert und Moore und Sümpfe als symbolische und materielle Landschaften der Instabilität, des Widerstands und mehr-als-menschlicher Formen des Lebens untersucht.
Moore und Sümpfe dienen dabei als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit zerfallenden Binaritäten, unsichtbaren Ökosystemen und verdrängten Geschichten – insbesondere im Kontext von Städten wie Berlin, die auf ehemals sumpfigen und fluiden Böden entstanden sind. Die Lecture-Performance ist als vielschichtige Erzählung konzipiert, die Theorie, spekulative Fiktion, visuelle Fragmente und verkörperte Performativität miteinander verbindet und in den Kontext der verschwundenen Moore und Feuchtgebiete Berlins, insbesondere entlang der Spree, stellt.
Das Moor wird dabei nicht nur als Ökosystem verstanden, sondern als Epistemologie – als eine Art des Denkens, Erzählens und Wahrnehmens durch die Instabilität der Welt, in der wir leben.





