17. 4. 2026, 18:00

Ausstellung Dear Father

Mit Arbeiten von Maja Babič Košir, Nevena Aleksovski und Helena Tahir
HAUNT//frontviews
Kluckstraße 23A, Berlin

Ausstellungseröffnung mit Empfang: 17.4. um 18:00
Artist Talk: 18.4. um 17:00 und 2.5. um 17:00

Die Ausstellung Dear Father vereint die künstlerischen Praktiken von Maja Babič Košir, Nevena Aleksovski und Helena Tahir, die die Vaterfigur als einen Raum von Komplexität, Spannung und leisem Nachhall erforschen. Die Arbeiten unterscheiden sich in Medium, Form und ästhetischem Ausdruck, bilden jedoch gemeinsam ein Netz von Spuren. Die Ausstellung versteht den Vater nicht nur als Familienmitglied, sondern auch als strukturelle, historische und symbolische Figur. Sie sucht weder Versöhnung noch eine einheitliche Erzählung, sondern eröffnet einen Raum der Reflexion, in dem sich persönliche Geschichten mit breiteren gesellschaftlichen, historischen und kulturellen Zusammenhängen verweben – das Intime mit dem Kollektiven, das Anwesende mit dem zugleich Unvollständigen.

In der Arbeit Say Something Nice to Me und in der Serie Love Letters (2018–) transformiert Maja Babič Košir das Archiv ihres Vaters. Skizzen, Prototypen, Briefe und Notizen werden zu skulpturalen Gesten, die seiner Präsenz ohne Sentimentalität nachspüren. Das Archiv wird zu einem Raum der Reflexion, in dem sich Erinnerung mit Verlust und Transformation verschränkt. Die Arbeiten untersuchen, wie sich Erinnerung durch Objekte, Form und Prozess materialisiert.

Helena Tahir reist in The Last Sector (2024–) in den Irak, das Heimatland ihres Vaters, und untersucht Landschaften, die durch Migration, politische Umbrüche und Familiengeschichte geprägt sind. Zeichnungen, Archivfragmente, Fotografien und persönliche Briefe schaffen eine vielschichtige Erzählung über Erinnerung, Zugehörigkeit und Identität. Die Präsenz des Vaters wird durch Spuren und Erinnerungen erfahrbar und ist intim in einen größeren historischen Kontext eingebettet.

Nevena Aleksovski beleuchtet in Melancholy of the Abandoned Lands (2022–) das Leben ihres Vaters als Leiter eines Bergwerks in Bor, Serbien, im breiteren Kontext von Industriearbeit, Migration und postsocialistischer Transformation. Archivfotografien werden vergrößert und in Konstellationen aufgebrochen, die Präsenz und Leere verbinden, während Zeichnungen persönliche Erinnerung mit kollektiver Erfahrung verflechten – verortet in Raum, Zeit und Erbe.

Die Gruppenausstellung Dear Father geht somit von Fragmenten, Stille und unvollendeten Gesten als Bedeutungsträgern aus. Gerade durch diese verstreuten Materialien, Archive, Landschaften und Bilder werden das Ungesagte, das Ungesendete und das unwiederbringlich Verlorene sichtbar. Die Vaterfigur erscheint dabei zugleich als Anker und als Bruchstelle und eröffnet als vielschichtiges Motiv auf persönlicher, struktureller und symbolischer Ebene immer neue Interpretationsräume.

Maja Babič Košir schloss ihr Studium und ihr Masterstudium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste und Design in Ljubljana ab. Zudem absolvierte sie ein Postgraduiertenstudium in kreativer Illustration und visuellen Kommunikationstechniken an der EINA University School of Design and Art in Barcelona. Sie stellte in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen aus, insbesondere in Portugal und Spanien, wo sie fast zehn Jahre lebte und arbeitete. Regelmäßig präsentiert sie ihre Arbeiten in renommierten Institutionen zeitgenössischer Kunst, darunter Moderna galerija (2023), Koroška galerija likovnih umetnosti KGLU (2023), Cukrarna (2022 und 2024), Zimmermann Kratochwil (AT, 2024), Galerija AV17 (LT, 2024), NADA Villa in Warschau (PL, 2024) und RAVNIKAR (SI, 2024). Zudem nahm sie an internationalen Kunstmessen wie Art Brussels, SPARK, viennacontemporary, Zürich Art Weekend und ARCO Madrid teil. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen privaten sowie bedeutenden öffentlichen Sammlungen. Sie lebt und arbeitet zwischen Ljubljana und Porto.

Nevena Aleksovski schloss 2008 ihr Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Novi Sad ab und erwarb 2014 einen Masterabschluss in Kulturwissenschaften an der Fakultät für Sozialwissenschaften in Ljubljana. In ihrer künstlerischen Praxis konzentriert sie sich vor allem auf Malerei und Zeichnung, durch die sie einen unmittelbaren, spontanen Schaffensprozess ohne vorab festgelegtes Bild entwickelt. In ihren Arbeiten hinterfragt und kommentiert sie häufig subtil universelle menschliche Erfahrungen, emotionale Zustände der Entfremdung sowie die Widersprüche und Absurditäten der Gegenwart. Sie stellte in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland aus, unter anderem in Institutionen wie Cukrarna, NADA Villa in Warschau, RAVNIKAR, dem Internationalen Grafikzentrum MGLC und Vodnikova domačija (SCCA Ljubljana). Zudem präsentierte sie sich auf Kunstmessen wie ARCO Madrid (2026), Zurich Art Weekend (2022), viennacontemporary (2020, 2022), Positions Berlin (2022) und Art Rotterdam (2021).

Helena Tahir arbeitet primär in den Bereichen Grafik und Zeichnung. Sie schloss ihr Bachelorstudium der Grafik und ihr Masterstudium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste und Design in Ljubljana mit Auszeichnung ab. Während ihres Studiums setzte sie ihre Ausbildung an der Faculty of Fine Arts in Porto sowie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig fort. Ihre monumentalen, detailreichen visuellen Erzählungen verlangen vom Betrachter ein langsames und sorgfältiges Lesen. Durch ihre konsequente und gründliche Auseinandersetzung mit dem Medium stellt jede Zeichnung eine neue technische Herausforderung dar. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem bei Art Brussels (2025), im Lamutov salon in Kostanjevica na Krki (2018), im Internationalen Grafikzentrum in Ljubljana (2020, 2025), in der Galerija Ravne KGLU (2021) sowie bei RAVNIKAR (2022, 2024). Darüber hinaus nahm sie an zahlreichen Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil, unter anderem bei den Kunstmessen Vienna Contemporary und Art Rotterdam, der Wanderausstellung Sodobno = Sveže sowie der Internationalen Ausstellung für Grafik und Künstlerbuch in Rijeka, wo sie auch eine Auszeichnung für junge Künstlerinnen und Künstler erhielt. Sie lebt und arbeitet in Ljubljana, wo sie seit 2023 als zweijährige Residentin im Švicarija tätig ist. Neben ihrer künstlerischen Praxis ist sie auch in der Lehre aktiv, unter anderem am Fachbereich für künstlerische Grafik an der Akademie der bildenden Künste und Design in Ljubljana.

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