11. – 14. 12. 2025

SloVision – Slowenische Filmtage Berlin

Slowenische Beteiligung
Kino Sputnik
Hasenheide 54, 10967 Berlin

Berlin, 10.11.2025 – Vom 11. bis 14. Dezember 2025 präsentiert SloVision – Slowenische Filmtage, das slowenische Filmfestival in Berlin, im Sputnik Kino Berlin bereits zum 3. Mal die Vielfalt des zeitgenössischen slowenischen Kinos mit ausgewählten Spielfilmen. Thematisch zusammengefasst zwischen Flashbacks and Future Visions, umfasst das Festival in diesem Jahr Filme, die einen Spannungsbogen bilden zwischen dem Umgang mit der Vergangenheit und dem Aufbruch in eine neue Realität / Gegenwart.

SloVision – Slowenische Filmtage in Berlin wird präsentiert von SKICA Berlin – Slowenisches Kulturzentrum Berlin in Zusammenarbeit mit dem Slowenischen Filmzentrum und dem Programmkurator Bernd Buder (Programmdirektor FilmFestival Cottbus, Jüdisches Film Festival) in Kooperation mit dem Sputnik Kino Berlin.

In diesem Jahr war das slowenische Kino international präsent wie noch nie: Filme aus dem kulturell vielfältigen Land zwischen Alpen und Adria feierten Premiere auf renommierten Filmfestivals wie Berlin, Locarno und Sarajevo. Die dritte Ausgabe von SloVision zeigt nun, wie das slowenische Kino dem aktuellen Zeitgeist auf die Spur kommt: zwischen „Yugonostalgie“ und Kirche, Freundschaft und Profit, Helikopter-Eltern und Wutbürgern, Verschwörungstheorie und Buddy-Movie. Mal verträumt und magisch, mal bildstark, mal als Kammerspiel, mal als Melodram – und dabei immer nah am Heute. Auffallend oft geben junge Frauen die Heldinnen und Anti-Heldinnen, immer wieder rappeln sich die Protagonistinnen und Protagonisten auf, um doch dabei zu sein, auch wenn das manchmal auf einen Irrweg führt.

Acht aktuelle Spielfilme, darunter zwei Filme für Kinder und Jugendliche, zwischen Alltag und Komödie, zwischen Flashbacks and Future Visions zeigen, wie Filme aus Slowenien spielerisch im Hier und Jetzt schweben – oder dem, was sie dafür halten.

In ihrem bildstarken Spielfilmdebut “Little Trouble Girls”, der den neuen Berlinale-Wettbewerb „Perspectives“ eröffnete, ist Urška Djukić ganz nah dran an den Sängerinnen eines katholischen Mädchenchors, denen es eher um das sexuelle Erwachen als um spirituelle Erbauung geht. Das Regiedebüt der Musikerin und Regisseurin Kukla “Fantasy” feierte Weltpremiere in Locarno und erzählt ungewöhnlich frisch von einer unangepassten multikulturellen Freundinnengruppe, die in einer südosteuropäischen Plattenbausiedlung auf Selbstfindungsreise geht. Ester Ivakičs im Slowenien der 70er Jahre angesiedelter traumtänzlerisch-realistischer “Ida, who sang so badly even the dead rose up and joined her in song”, eine Verfilmung von Suzana Tratniks autobiografischen Kurzgeschichten Noben glas, begleitet eine Jugendliche zwischen Alltag auf dem platten Land, magischer Imagination und Erinnerung. Marko Naberšniks Verfilmung von Bronja Žakeljs Roman-Bestseller “Whites Wash At Ninety” zeigt eine slowenische Familie zwischen dem Ende der Tito-Zeit und Unabhängigkeit, familiären Schicksalsschlägen und Neuanfang. Mit seinem dritten Spielfilm “Stealing Land” nimmt uns Žiga Virc mit in die Enge neo-bürgerlicher Wohnungen, wo sich zwei junge Elternpaare im Dauerstreit um die politischste Korrektheit aneinander reiben und dabei gefährlich nah an der einen oder anderen Verschwörungstheorie kreuzen. Als eine Volkskomödie mit Hintersinn kommt “This is a Robbery” von Gregor Andolšek daher, der zwei trotzige „alte weiße Männer“ zwischen Buddy-Movie und Rachefeldzug „on the road“ schickt. Zwei Filme, die augenzwinkernd zeigen, wie man an dem, was ja wohl noch wird sagen dürfen, zuweilen etwas länger zu knabbern hat. “Block 5” von Klemen Dvornik über die Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Mädchen, die sich gegen ein Gentrifizierungsprojekt in ihrem Wohnviertel zusammentun, und “Tartini’s Key”, eine Abenteuergeschichte Adria-Städtchen Piran, versprechen freches Familienkino.

Die Filme in der Übersicht:

Eröffnungsabend mit Filmvorführung des Films “Little Trouble Girls” von Urška Djukić

Little Trouble Girls, 2025, Reg. Urška Djukić

11.12. | 19:00

Spielfilm: Slowenien, Italien, Kroatien, Serbien 2025 – OmU, 89 Min.

Nach der Vorführung Q&A mit der Hauptdarstellerin Jara Sofija Ostan

Die 16jährige Lucija ist neu im katholischen Mädchenchor, mit der extrovertierten Ana-Marija verbindet sie eine zweischneidige Freundschaft zwischen Mobbing und gegenseitiger Anziehungskraft. Zusammen guckt man sich die Muskeln der Arbeiter an, die das Kloster renovieren, in dem der Chor einen Workshop macht, redet über erste sexuelle Erfahrungen, gibt damit an oder schämt sich, dass frau keine hat. Nah dran an den Protagonistinnen, findet der außergewöhnlich gefilmte Coming-of-Age-Film neue Kamera- und Blickwinkel für oft in Szene gesetzte Themen zwischen Coming-of-Age und innerkirchlichen Machtspielen und brachte es damit zum diesjährigen Eröffnungsfilm des neuen Berlinale-Wettbewerbs „Perspectives“.

Filmvorführung des Films “Stealing Land” von Žiga Virc

Stealing Land, 2025, Reg. Žiga Virc

12.12. | 18:00 Uhr

Spielfilm: Slowenien 2025 – OmengU, 70 Min.

Nach der Vorführung Q&A mit dem Regisseur

Post-Corona-Stimmung: Zwei Helikopter-Elternpaare treffen sich. Modern und teils vegetarisch. Die Kinder sind beste Freunde seit dem Kindergarten, das Elternquartett eher eine Zwangsgemeinschaft. Als irgendwer „Palästina“ sagt, entlädt sich die Spannung. Ein Wort gibt das andere, dabei hört hier niemand niemandem zu. Entlarvend alltagsnahe Beobachtung einer gespaltenen Gesellschaft, in der das Gespräch von politischem Fettnpf zu politischem Fettnapf galoppiert.

Filmvorführung des Films “This is a Robbery” von Gregor Andolšek

This is a Robbery!, 2024, Reg: Gregor Andolšek

12.12. | 20:00

Spielfilm: Slowenien 2024 – OmengU, 82 Min.

Nach der Vorführung Q&A mit dem Regisseur

Buddy-Movie-Sozialkomödie über zwei, die sich mit „denen da oben“ anlegen und dabei nicht wirklich wissen, was sie tun

Pechvogel trifft Wutbürger: Rajko, der als Zauberer durch die Malls tingelt, hat sich den Arm gebrochen. Um die nächsten Monate zu überstehen, braucht er 3000 Euro – doch die will ihm seine Versicherung nicht geben. Da kommt ihm der Versicherungsmakler Marcel zu Hilfe – der hat eh die Schnauze voll, vom Job, von seinem Boss, von allem.

Filmvorführung des Films “Block 5” von Klemen Dvornik

Block 5, 2024, Reg. Klemen Dvornik

13.12. | 15:00

Spielfilm: Slowenien, Tschechien, Kroatien, Serbien 2024 – OmUeng, 79 Min.

Nach der Vorführung Q&A mit dem Regisseur

Auch für Erwachsene geeigneter Kinder-/Jugendfilm über ungeahnte Freundschaften und genauso ungeahnte Familienzwists

Zusammen ist man eben doch stärker: als ihr Lieblingsspielplatz für einen Parkplatz plattgemacht werden soll, tut sich die 12jährige Alma mit der burschikosen Luna, Anführerin einer Skater-Gang, zusammen. Ihnen bleibt nur eine Woche Zeit – dass sie Luna eigentlich gar nicht leiden kann und ausgerechnet ihr eigener Vater für die Umweltsauerei verantwortlich ist, macht die Sache nicht einfacher.

Filmvorführung des Films “Ida, who sang so badly even the dead rose up and joined her in song” von Ester Ivakič

Ida who sang so badly even the dead rose up and joined her in song, 2025,
Reg. Ester Ivakič

13.12. | 17:30

Spielfilm: Slowenien, Kroatien 2025 – OmUeng, 103 Min.

Assoziatives Provinzportrait mit naturmystischen und surrealen Motiven – magischer Sozial-Realismus mit Bodenhaftung und Ironie

Alltag in der Prekmurje, slowenische Provinz, in den 1970er-Jahren. Väter nehmen ihre Kinder mit in die Kneipen, draußen herrscht Kommunismus, in den Köpfen Marienkult. Hier wächst Ida heran, Außenseiterin weil fast gehörlos, aber dafür mit kreativem Imaginationsvermögen: die strenge Erdkundelehrerin wird weggebetet, in den Wäldern tummeln sich Fabelwesen, die die Männer knutschen, Nebel liegt über dem Wald und staubige Hitze über den Feldern. Um ihre geliebte Großmutter, wichtigste Bezugsperson, vor dem Tod zu retten, nimmt sie sich vor, in den Schulchor einzutreten, obwohl sie nicht wirklich singen kann.

Filmvorführung des Films “Fantasy” von Kukla

Fantasy, 2025, Reg. Kukla

13.12. | 20:00

Spielfilm: Slowenien, Nordmazedonien 2025 – OmUeng, 98 Min.

Nach der Vorführung Q&A mit der Regisseurin

Ungewöhnlicher Coming-of-Age-Film, der Identitäts- und Selbstfindungsfragen rotzig-alltagsnah aufmischt und dabei en passant mit Travestie-, Folklore-, Trance- und Brutalismus-Motiven spielt

Mihrije, Sina und Jasna, beste Freundinnen Anfang zwanzig, vertreiben sich den Alltag mit Boxen, Rumhängen und flotten Sprüchen, zeigen den Macho-Jungs in ihrer Hood erfolgreich, wo der Hammer hängt und setzen sich – noch – gegen die Aspirationen ihrer konservativen Familien zur Wehr, nun doch endlich Mal ein „normales“ Eheleben anzufangen. Als die Trans-Frau Fantasy auf den Plan tritt, wird die Welt noch ein bisschen bunter, aber auch nicht einfacher. Ungewöhnlicher Coming-of-Age-Film, der Identitäts- und Selbstfindungsfragen rotzig-alltagsnah aufmischt und dabei en passant mit Travestie-, Folklore-, Trance- und Brutalismus-Motiven spielt.

FANTASY feierte Weltpremiere beim Locarno Film Festival 2025. Beim Filmfestival in Sarajevo erhielten alle vier Hauptdarstellerinnen gemeinsam den Preis für die Beste Schauspielerin

Filmvorführung des Films “Tartini’s Key” von Vinci Vogue Anžlovar

Tartini’s Key, 2024, Reg. Vinci Vogue Anžlovar

14.12. | 15:00

Spielfilm: Slowenien 2024 – OmengU, 115 Min.

Nach der Vorführung Q&A mit Rosa Lux, der Tochter des Regisseurs

Ein wenig „Drei Fragezeichen“ auf Slowenisch, der letzte Film des viel zu früh verstorbenen Kultregisseurs Vinci Vogue Anžlovar

Ungleiche Freunde auf Schnitzeljagd: im dem malerischen Küstenort Piran kommen drei Kinder aus ganz unterschiedlichen Familien zusammen, um nach einer mysteriösen SMS auf Gangsterjagd zu gehen und dabei die mittelalterlichen Geheimnisse von Sloweniens Adria-Perle zu entdecken.

Filmvorführung des Films “Whites Wash at Ninety” von Marko Naberšnik

Whites Wash at Ninety, 2025, Reg. Marko Naberšnik

14.12. | 18:00 Uhr

Spielfilm: Slowenien 2025 – OmengU, 135 Min.

Nach der Vorführung Gespräch mit der Schriftstellerin Bronja Žakelj und dem Regisseur Marko Naberšnik

Bestsellerverfilmung des autobiografischen Romans „Weiß wäscht man bei 90 Grad“ von Bronja Žakelj, die sich persönlich und emotional mitreißend mit den Folgen der biografischen Brüche in den 1990er-Jahren beschäftigt: Jammern, Trauern oder etwas Neues wagen?

Eine Familie fällt auseinander, das Land auch. Anfangs ist die Welt, irgendwie, noch in Ordnung: mit dem Zastava zum Picknick im Grünen, der Parteisekretär ist als Hausfreund dabei, obwohl Vater vor dem Fernseher ständig auf den Kommunismus schimpft. Auch als Slowenien unabhängig wird, bleibt er der ewige Nörgler – und vergisst dabei, wie seine Tochter mit ihrem Krebsleiden kämpft, nachdem schon seine Ehefrau daran gestorben ist.

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